Von frühen Zügen, Herzensprojekten und dem Blick nach vorn: Ein Rückblick auf den 25. April

Ein Gastbeitrag von der Saalfelder Höhe

Samstagmorgen, 4:30 Uhr. Während die Welt noch schläft, beginnt für mich die Reise nach Wickersdorf. Es ist kein gewöhnlicher Termin; es ist ein Tag, der für mich mehrere Welten verbindet: Meine professionelle Perspektive auf Strukturen, fundiertes Fachwissen verbunden mit liebevollem Engagement von Menschen aus ganz Deutschland, sowie die ganz persönliche Verbindung zu meiner Schwester Mirjam, die hier ihr Zuhause hat.

Als ich kurz nach halb neun im Thüringer Wald ankomme, werde ich mit dem schönsten Lohn empfangen: dem Strahlen meiner Schwester. Dieser Moment ist der eigentliche „Nordstern“ für alles, was an diesem Tag in der Cafeteria des Phönixhauses besprochen werden soll. Er erinnert uns daran, warum wir tun, was wir tun.

Der Vormittag: Wo das Menschliche im Mittelpunkt steht

Die Sitzung des Förderkreises der LG Wickersdorf e.V. begann in einer Atmosphäre, die man nur als „familiär-konzentriert“ beschreiben kann. An den von den Bewohnerinnen und Bewohnern liebevoll eingedeckten Tischen wurde schnell klar: Hier geht es um mehr als nur Vereinsmeierei. Es geht um tatkräftige und finanzielle Unterstützung.

In den Gesprächen der Eltern und Angehörigen schwingen existenzielle Themen mit. Es geht um die komplexen Fragen von Rente, Pflege und Steuern – Themen, die für Menschen mit Beeinträchtigung oft ein bürokratischer Dschungel sind. Hier wurde deutlich, wie groß der Wunsch nach Austausch und gegenseitiger Unterstützung ist. Auch die Sorge um die Bewahrung der anthroposophischen Wurzeln – die gemeinsamen Singstunden, die Andachten, das spirituelle Fundament – wurde leise, aber bestimmt artikuliert. Es ist dieser besondere „Geist von Wickersdorf“, den sich viele wieder deutlicher im Alltag zurückwünschen.

Ein finanzieller Kraftakt für die Würde im Alter

Nach dem jährlichen Bericht aus der Lebensgemeinschaft durch Haiko Jakob und dem anschließenden Beitrag des Architekten Bernd Schneider rückte das wohl größte aktuelle Projekt in den Fokus: das Ginkgo-Haus.

Es ist ein finanzieller Kraftakt. Aus einem Sonderfond, den Förderkreis und Förder-Stiftung gemeinsam aufgelegt haben, stammen 300.000 € Finanzzuschuss. Somit konnten wir einen großen Anteil an dem mehr als 2 Millionen Euro teuren Projekt beisteuern. Auch wenn die Baustelle an diesem Tag noch im Dornröschenschlaf der Bürokratie verweilte, so ist die Vision dahinter lebendiger denn je: Einen Ort zu schaffen, der den Bewohnerinnen und Bewohnern einen würdevollen Lebensabend in ihrer vertrauten Umgebung ermöglicht. Neben diesem Großprojekt bleiben die Stiftung und der Förderkreis ein stabiler Anker: Ob durch die beliebte Pflanzpatenaktion oder die Finanzierung des Magazins „Die Glocke“ – wir arbeiten verlässlich für die Menschen vor Ort. Hand in Hand.

Der Blick von außen: Gemeinsam die Segel setzen

An diesem Tag, während der beiden Versammlungen von Förderkreis und Förderstiftung, wurde die formelle Arbeit geleistet: Berichte, Entlastungen, Wahlen. Alles verlief in geordneten Bahnen, getragen von einer soliden (Vorstands-)struktur. Vielen Dank von meiner Seite für eure starken Schultern!

Doch wenn man – wie ich an diesem Tag – mit einem frischen Blick von außen auf diese Runden schaut, erkennt man durchaus ein enormes Potenzial. Ich sehe viele Menschen im Raum, die bereit sind, anzupacken. Damit dieses Engagement Früchte trägt, dürfen wir den Fokus nie verlieren: Die Menschen in der Gemeinschaft sind das Zentrum, nicht die Strukturen.

Einzelschicksale und fachliche Höchstleistungen sind wichtig, aber sie glänzen am hellsten, wenn sie im Dienst der Gemeinschaft stehen. Um den Austausch unter den Angehörigen zu stärken, entstehen bereits erste Ideen:

  • Können wir den Angehörigentag im September nutzen, um gezielte Experten-Informationen zu rechtlichen Themen anzubieten?
  • Wie können wir die Kommunikation modernisieren? Die „Glocke“ gibt es bereits als PDF, und vielleicht können digitale Formate wie Videokonferenzen in Zukunft helfen, auch diejenigen einzubinden, die nicht jedes Mal die weite Reise in den Thüringer Wald antreten können?

Zuversicht als Handlungsmaxime

Wir leben in einer Zeit, in der viel von „schweren Zeiten“ und „Umbrüchen“ die Rede ist. Doch nach diesem Tag in Wickersdorf überwiegt bei mir die Zuversicht. Wir haben viel erreicht und gemeinsam Widrigkeiten getrotzt.

Die Lebensgemeinschaft Wickersdorf ist ein Kleinod. Damit das so bleibt, brauchen wir jeden Kopf und jede Hand. Neue Mitglieder im Förderkreis oder als Zustifter sind nicht nur willkommen – sie sind der Treibstoff für die Zukunft unserer Kinder, Geschwister und Freunde.

Ich fahre erfüllt nach Hause. Mit dem Bild meiner strahlenden Schwester im Kopf und dem Wissen: Gemeinsam bewegen wir hier wirklich etwas.

Vielen Dank an euch / sie alle!

Gerson Ortmann aus Neumarkt in der Oberpfalz

Stifterversammlung – Einladung für den 25. April 2026

Der Stiftungsvorstand hat erneut ein Jahr lang gearbeitet und so ist es guter Brauch, Sie ganz herzlich zur jährlichen Stifterversammlung einzuladen, die nach Abstimmung mit der Lebensgemeinschaft und dem Förderkreis, am 25.4.2026 um 14:00 Uhr beginnend  in der Cafeteria der Lebensgemeinschaft Wickersdorf stattfinden wird.

In diesem Jahr wieder am Nachmittag, wie Sie es dem Tagesablauf und der Tagesordnung entnehmen können.

Nach dem Geschäftsbericht zu 2025 und der Diskussion zu den Berichten ist ein Beschluss zum weiteren Vermögensaufbau zu fassen. Dieser soll uns die Förderung unseres Herzensprojekts optimal ermöglichen. Die Überprüfung der Anlagerichtlinien und die Wahl der Kassenprüfer werden die Veranstaltung abschließen. Für die Kassenprüfung werden noch Mitglieder der Stiftungsversammlung gesucht, um den Kassenprüfer-Pool zu vergrößern und somit die Jahres-Pausen größer gestalten zu können.

Neben der vormittäglichen Mitgliederversammlung des Förderkreises und dem Bericht aus der Lebensgemeinschaft wartet nach der Mittagspause mit einer Baustellenbegehung des Ginkgo-Hauses ein weiter Höhepunkt des Tages auf die Teilnehmer.

Alles Weitere können Sie gern den beiliegenden Papiern entnehmen, aber gern auch noch telefonisch Rücksprache nehmen, falls etwas unklar geblieben sein sollte.

Um Ihre geschätzte Rückmeldung bitten wir per Post,
Telefon (03643400986) oder E-Mail bis 1.4.2026.

Sie können hier auf unserer Webseite sich auch unter dem Menüpunkt Kontakt für unsere Veranstaltung anmelden.

Im Frühsommer können wir auf freundliches Wetter hoffen.

Ihnen eine angenehme Anreise und uns ein gutes Gelingen dieser wichtigen Veranstaltung!

Tagesordnung der Stifterversammlung 2026 ab 14:00 Uhr

TOP 1    Begrüßung, Protokollführung, Feststellung der Beschlussfähigkeit

TOP 2    Bestätigung der Tagesordnung

TOP 3    Genehmigung des Protokolls der Stifterversammlung vom 10.5.2025

TOP 4     Berichte:

  • Bericht des Vorstandes zum Geschäftsjahr 2025
  • Bericht zu Finanzen der Förderstiftung LG Wickersdorf und Mittelverwendung der Erträge 2025  
  • Bericht zum Stand des Projektes Ginkgo-Haus
  • Prüfung der Anlagerichtlinien
  • Abstimmung zu den Anlagenrichtlinien 2026

TOP 5   Aussprache zu den Berichten

TOP 6   Beschlussfassung zur Vermögensstruktur

  • Erläuterung des Beschlusses
  • Abstimmung des Beschlusses

TOP 7    Bericht der Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2024

TOP 8    Entlastung des Vorstandes

TOP 9    Wahlen der Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2026

TOP 10   Verschiedenes

TOP 11   Schlusswort

Tagesablauf des 25.04.2026

09:30 Uhr  Eintreffen der Teilnehmer in der Cafeteria im EG des Phönixhauses

10:00 Uhr   Mitgliederversammlung des Förderkreises der LG Wickersdorf e.V.

11:30 Uhr   Pause

11:45 Uhr   Bericht aus der Lebensgemeinschaft

12:45 Uhr   Mittagspause

13:30 Uhr   Baustellenrundgang mit Erläuterungen (festes Schuhwerk erforderlich)

14:00 Uhr   Stifterversammlung der Förderstiftung LG Wickersdorf

15:30 Uhr   Ende der Stifterversammlung

Pflanzpatenaktion von 2024….2025

Mehrfach wurde bereits über dies gemeinsame Aktion von Lebensgemeinschaft, Förderkreis und Förderstiftung zur Vervollkommnung der Freiraumgestaltung berichtet wurde. mit dem Pflanzen der Starkbäume die 2024 gestartete Aktion rundet sich ab. Infolge von Lieferproblemen der Baumschule konnten am Martini-Vormittag leider keine der Starkbäume gepflanzt werden. Doch die von Herrn Baumann ausgebaggerten Pflanzgruben kündeten unmissverständlich davon, dass die Aktion in den nächsten Tagen erfolgen wird.

Am Ende November konnte nun auch der von der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt gesponserte Kastanien-Baum seinen endgültigen Platz in der Lebensgemeinschaft finden. Ebenso wie auch alle anderen Starkbäume nach und nach gepflanzt werden konnten. Die Pflanzkonzeption wurde damit umgesetzt. Da sich nun noch einige weitere Pflanzpaten gemeldet und Geld gespendet haben, werden im Frühjahr, vor allem im Bereich des Ersatzparkplatzes noch weitere Pflanzungen vorgenommen werden können.

Gut sichtbare Pflanzpatenschilder würdigen die einzelnen Pflanzpaten von Starkbäumen, von Blühsträucher und von Heckenpflanzen 

 

Allen die mit ihrer großzügigen Spende oder mit ihrer Hände harter Arbeit zum guten Gelingen der Aktion beigetragen haben, sei dafür nochmals herzlich gedankt.

 

Martin Pietraß
20.11.2025

Jubiläums-Stifterversammlung – ein kurzer Rückblick

Als Jubiläumsveranstaltung zur 20-jährigen Gründung fand diese am Vormittag des 10.Mais in der Gaststätte „Zum roten Hirsch im grünen Wald“ in Hoheneiche statt und endete mit dem obligatorischen Glas Sekt vor dem gemeinsamen Mittagessen.

Neben den üblichen Tagesordnungspunkten wie Geschäftsbericht, Mitgliederentwicklung und Vermögensstand war die Wahl zum Vorstand unserer Förder-Stiftung statt.

Wiedergewählt wurden die bisherigen Vorstände, Jürgen Bereiter-Hahn, Götz-Ulrich Coblenz, Martin Pietraß. Aber auch mit Frau Maike Häusler, geb. Hesse, ein neues Mitglied aus dem Kreis der Geschwisterkinder. Sie arbeitet im Leitungsteam einer großen Internatsschule am Ammersee, ist 53 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 3 Kindern. Damit hat quasi der Generationenwechsel in der Leitung unserer Förderstiftung begonnen. Dieser wird sich bestimmt in 4 Jahren fortsetzen. (Leider hat die Regie es versäumt, ein Gruppenfoto vom neuen Vorstand zu machen. Das wird bei nächster Gelegenheit nachgeholt.)

Der letzte Tageordnungspunkt stand unter dem Motto „Blicke zurück und Blicke nach vorn“. Darin berichteten sowohl ehemalige Geschäftsführer und Leitungsmitglieder der Lebensgemeinschaft als auch Vorstandsmitglieder unserer Stiftung über Gelungenes und auch Schwieriges. Vieles war schon fast vergessen, aber nicht unwichtig, um auch heutiges besser zu verstehen.

Mit Worten des Dankes für die vielfältigen Unterstützungen würdigte der Geschäftsführer der Lebensgemeinschaft unsere langjährigen Unterstützungsleistungen. Er informierte auch über Zukünftiges in der LG und lud am Nachmittag zur Grundsteinlegung unseres Herzensprojektes, dem „Ginkgo-Haus“ ein. Das ist das Projekt wofür wir 2018 mit dem Kauf der Immobilie Wido 34 begonnen haben, um den Gedanken des lebenslangen Wohnens für die in Wickersdorf betreuten Menschen wesentlich zu unterstützen.  Mitte 2027 soll das Ginkgo-Haus fertig sein und der Umstand, das nach dem Martini-Markt 2025 mit der Baufreimachung des Baugelände begonnen wurde, das stimmt uns wirklich sehr zuversichtlich.